Therapeutisches Boxen

Du verlierst nicht, wenn Du zu Boden geht. Du verlierst, wenn Du nicht wieder aufstehst.

Mohammad Ali

Image by Lucy Dunne

Therapeutisches Boxen hat nichts mit einem "klassischen Kampf" zu tun! Es ist vielmehr eine sehr effektive Therapiemethode, um Menschen aus ihrem Tief zu holen, sie in ihrem Selbstwert zu stärken, Depressionen- , Über- oder Unterforderungszustände zu überwinden und auch Verhaltensauffälligkeiten, AD(H)S sowie Angsterkrankungen effektiv zu behandeln. 

Therapeutisches Boxen bringt dich wieder mit dir selbst in Verbindung und aktiviert deine Lebenskraft. Ausgewählte Boxing Interventionen lassen dich deine Kraft und Energie spüren und motivieren dich, dein Leben aktiv in neue Bahnen zu lenken. Jede bewusste Entscheidung beeinflusst Deinen Körper und Deinen Geist. Aus diesen positiven Erfahrungen heraus entstehen ein starker Wille und ein gesundes Selbstvertrauen. Verbunden mit deiner inneren Mitte spürst du deine Selbstwirksamkeit, die dich auf herausfordernde Situationen angemessen und souveräner reagieren lässt.

Therapeutisches Boxen hilft unmittelbar Anspannung abzubauen und ermöglicht die Verarbeitung tiefsitzender Gefühle. Es gibt dem Betroffenen ein Ventil für die Emotionen, die zu Wort kommen möchten. Die Teilnehmenden erlernen zudem sich selbst zu reflektieren, den Zusammenhang von Körper und Geist zu verstehen, Wut und Angst zu überwinden, ihr Erregungsniveau zu kontrollieren und sich aus einer extremen Anspannung heraus wieder zu entspannen. Verfolgt wird dabei das Ziel die emotionale Bandbreite zu erhöhen, um mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit im Leben des Betroffenen zu schaffen und Gesundheit und Wohlbefinden dadurch zu steigern.


Weniger bekannt ist die Wirkung im Gehirn, genauer gesagt auf die Kommunikation der beiden Gehirnhälften miteinander. Durch die vielen Überkreuzbewegungen beim Boxen entsteht ein besserer „neuronaler Datenverkehr“ zwischen linker (rational) und rechter (emotional) Gehirnhälfte. Unterstützend dabei ist, dass die 4 Gliedmaßen unabhängig voneinander zum gleichen Zeitpunkt unterschiedliche Aufgaben übernehmen müssen. Das führt zur, in der Fachsprache genannten, „bilateralen Hemisphärenstimulation“, hinter der sich ein hoher Nutzen verbirgt. Die rechte Gehirnhälfte (zuständig für kreatives denken, Intuition und Emotionalität) vernetzt sich mit der linken Gehirnhälfte (zuständig für logisch-analytisches Denken und Rationalität) was zu kreativeren Denk-, Lern- und Verarbeitungsprozessen führt. Das wiederum bewirkt oft neue Bewertungen alter negativ abgespeicherter Erfahrungen und kann somit bei der Bewältigung und dem Überwinden von Traumata und Ängsten sehr unterstützend wirken. Aber auch bei aufgestauten Aggressionen, Wut, Depressionen, Angsterkrankungen und Burnout ist Boxen durch den gesteigerten neuronalen Verkehr im Gehirn hilfreich.

In Anlehnung an die vier Ringecken, werden symbolisch die vier Lebensstrategien Überwindung, Kontinuität, Niederlage und Sieg thematisiert. Wir müssen uns, im Leben wie im Boxen, oft vor Rückschlägen, Niederschlägen, Tiefschlägen und KO’s schützen, diesen ausweichen, sie akzeptieren oder manchmal davon erholen.

Wann ist therapeutisches Boxen sinnvoll?

  • Aggressions- und Stressabbau

  • Mobbing

  • AD(H)S

  • Depressionen, Burnout und Boreout

  • affektiven Verhalten

  • Suchtverhalten

  • nach traumatischen Erlebnissen (z.B. Gewalterfahrung)

  • Antriebslosigkeit

  • Ängste wie Phobien, Panikattacken u.a.

  • Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline- Störung)

  • Hypersensibilität/ Hochsensitivität

  • Auffälligkeiten im Bereich der Körperwahrnehmung

  • Neurologische Störungen (Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose)

  • als Vorstufe für Entspannungstechniken

 

 

 

Ziele Therapeutisches Boxen:

  • Lösen emotionaler Blockaden

  • Verbesserung der Körperhaltung

  • Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstbewusstsein

  • Erleben von Wut, Aggression in einem geschützten Rahmen

  • Verbesserung des Selbstwertgefühls – Über die eigenen Grenzen hinausgehen

  • Erlernen gewaltfreier Kommunikation

  • Innere Ausgeglichenheit

  • Stärkung sozialer Beziehungen

  • Entwicklung des persönlichen Potentials

 

In einer Einzeltherapie⎪Coaching besprechen wir in einem kostenlosen Erstgespräch zunächst die Ziele, die Sie erreichen möchten.  Nach einer Diagnostik werden wir gemeinsam die Dauer und Termine festgelegen. 

Neurologisches Boxen

Demenz⎪Parkinson⎪Multiple Sklerose

Im Boxring

Onkologisches Boxen

Körper, Psyche & Geist sind eine untrennbare Einheit

Neurologisches Boxtraining wurde speziell für neurologische Erkrankungen entwickelt, um den fortschreitenden Verlust von mentalen und körperlichen Funktionen, Unabhängigkeit, Identität und Zukunft als hervorstechende Ängste von Menschen die mit einer neurologischen Erkrankung leben, zu bewältigenDurch die Gehirnstimulation ist es eine sehr gute Unterstützung bei neurologischen Erkrankungen wie Demenz, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose. 

Neurologisches Boxen verbessert Kraft, Beweglichkeit, Hand-Augen-Koordination und trainiert den Gleichgewichtssinn und die Koordination , um so mehr Selbstsicherheit im Alltag zu erlangen. 

Nicht mehr die Person zu sein, als die jemand sich kennt, mit den gewohnten Fähigkeiten, stellt eine hohe Herausforderung dar. Als würde dieser Konflikt mit sich nicht ausreichen, führt er auch zur Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Als krank oder eingeschränkt stigmatisiert zu werden, ist für Betroffene eine unangenehme und keinesfalls seltene Erfahrung. Der Gruppenzusammenhalt wirkt auch der gefährlichen Isolation entgegen. Der soziale Vergleich ermöglicht manchen, ihr eigenes Schicksal besser zu bewerten, bei anderen hingegen verstärkt das Treffen mit Betroffenen, deren Krankheit schon weiter vorangeschritten ist, die Angst vor der Zukunft.

 

Langsam abhanden kommende Fähigkeiten wie zum Beispiel Stabilität, Balance oder Reaktionsgeschwindigkeit werden in einzigartiger Kombination abgefordert. Verlorengegangene koordinative Fähigkeiten werden wiederhergestellt.

Diese werden unter dem Begriff „Dorfkrug“ zusammengefasst:

  • Differenzierungsfähigkeit

  • Orientierungsfähigkeit

  • Rhythmisierungsfähigkeit

  • F (Fähigkeiten)

  • Kopplungsfähigkeit

  • Reaktionsfähigkeit

  • Umstellungsfähigkeit

  • Gleichgewichtsfähigkeit

Onkologisches Boxen

Puncbag Hit

In den letzten 10 Jahren wurde immer besser verstanden, dass individuell angepasster Sport und Bewegung nach einer Krebsdiagnose eine wichtige Rolle als Begleittherapie zukommen sollte. So gilt es als erwiesen, dass körperliche Bewegung in fast allen Stadien einer Krebserkrankung möglich, sicher und sogar empfehlenswert ist.

Wissenschaftliche Studien mit hohem Evidenzniveau deuten darauf hin, dass krankheits- und therapiebedingte Symptome wie Fatigue, Schlafstörungen oder depressive Stimmungslagen durch regelmäßige körperliche Bewegung positiv beeinflussbar sind. Diese Symptome schränken, teilweise jahrelang, die Lebensqualität der Patienten auch nach Abschluss der Therapie nennenswert ein. Regelmäßige körperliche Aktivität ist in der Lage, zahlreichen Nebenwirkungen der Erkrankung und der Therapie entgegenzuwirken.

Bei aller aktiven Einbeziehung durch Ärzte und Pflegekräfte, ist die Rolle des ökologischen Patienten bei einer Antitumorbehandlung grundsätzlich eher passiv. So muss darauf gewartet und gehofft werden, dass eine Chemotherapie oder Immuntherapie anspricht, beziehungsweise eine Bestrahlung oder ergänzende medikamentöse Maßnahme die gewünschten Erfolge erzielt. Die aktive Mitgestaltung ist schlichtweg nicht möglich.

Durch regelmäßiges Trainieren und ausreichend körperlicher Aktivität kann diese aktive Partizipation allerdings er-

reicht werden und einen wichtigen Effekt auf der Seite des Patienten hervorrufen, nämlich den des „Selbst wirksam füh- len“. Meist geht dieses Empfinden damit einher, dass wieder mehr Kontrolle über die derzeitige Situation empfunden und so die Gesamtsituation positiver wahrgenommen wird.

In Rehaeinrichtungen wird nicht selten die Basis gelegt, um nach einer Krebsbehandlung wieder in Familie, Gesellschaft und Beruf zurecht zu kommen. Bereits dort sollte schon die Zeit sein, um Betroffene zu „aktivieren“, sie zu körperlichen Aktivitäten anzuregen. Vielfach werden dadurch nicht nur die Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie verringert. Eine moderate sportliche Betätigung richtet den Blick auch nach vorne, steigert die körperliche Leistungsfähigkeit und macht Mut für das Leben nach Krebs.

Auch vor und während einer onkologischen Behandlung haben bislang alle durchgeführten Untersuchungen zum Thema Bewegung, Sport und körperliche Aktivität bei Krebspatienten zeigen können, dass Training wertvoll und sicher ist.

Die Angst vor der Zukunft, Wut und Verzweiflung ("Warum ausgerechnet ich"), Stigmatisierung durch die Umwelt etc. sind alles Faktoren, die einen Heilungsprozess negativ beeinflussen können.

 

Onologisches  Boxen zielt auf die körperliche und emotionale Verarbeitung der Krankheit. Selbstvertrauen, Harmonie und Vertrauen zu dem eigenen Körper wieder aufzubauen sowie Zuversicht, Kraft und das Zutrauen in sich selbst zu stärken. Wieder aufzustehen und die Selbstermächtigung für sein eigenes Leben zurück zu erlangen.